Jörg Hofmann

Erster Vorsitzender

IG METALL

Für den ersten Vorsitzenden der IG Metall ist klar: Das Potential von Industrie 4.0 muss genutzt werden – auch im Interesse der Beschäftigten. Er wirbt daher dafür, die neue Technik für eine Humanisierung der Arbeit zu nutzen. In der digitalen Fabrik soll der Mensch von der Technik unterstützt werden und das System steuern.

"Es gibt viele Schlagworte zum Thema Industrie 4.0. Für mich sind das bislang nur Lego-Bausteine, die noch auf ihren Baumeister warten. Für die Beschäftigten bietet die neue Technik Chancen für bessere Arbeit. Aber sie müssen mitentscheiden dürfen, wie die Zukunft aussieht."

Jörg Hofmann

Neue Technologien im Blick

Jörg Hofmann im Gespräch mit Beschäftigten des Ford-Werks Köln (2015)

CC-BY-SA 4.0 by Jochen Faber: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jochen_Faber

 

Es ist jetzt schon länger als 30 Jahre her: Anfang der 80er Jahre wurde Jörg Hofmann bei der IG Metall Sachverständiger für Neue Technologien. Seitdem hat die Digitalisierung viele Berufsbilder komplett verändert. Wenn sie jetzt auch in die Produktion einzieht und Mensch und Maschine eng miteinander vernetzt, hat der Diplom-Ökonom darauf einen genauen Blick. Denn eins darf seiner Meinung nach auf keinen Fall passieren: Dass der Mensch irgendwann nur noch der Handlanger künstlicher Intelligenz ist. Die Beschäftigten sollen das System beherrschen – und nicht umgekehrt.


Arbeit 4.0 wird damit bei der IG Metall zur Chefsache erklärt. So vertritt Hofmann seine Forderungen zur Zukunft der Arbeit auch im neuen Expertenkreis des Bundesministeriums für Arbeit. Gemeinsam mit Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) leitet er die Plattform Arbeiten 4.0. In der Plattform Industrie 4.0, die vom Bundeswirtschaftsministerium zusammen mit dem Bundesforschungsministerium ins Leben gerufen wurde, gehört er zum Leitungsgremium.


Auch wenn der Gewerkschafter die Entwicklung neuer Technologien schon lange aus Sicht der Beschäftigten verfolgt, hat sich Hofmann vor allem als Tarifpolitiker einen Namen gemacht. Als Bezirks-Vorsitzender der IG Metall in Baden-Württemberg hat er zahlreiche Pilotabschlüsse für die Metall- und Elektroindustrie ausgehandelt. Dabei ging es nicht nur ums Geld, sondern auch immer oft um qualitative Themen wie Altersteilzeit und Leiharbeit.


So sieht er in der Vernetzung der Produktion zwar durchaus Risiken für die Beschäftigten, betont aber doch stets die Chancen, die darin liegen. Denn eins ist für ihn vollkommen klar: Die Mitarbeiter müssen die digitale Fabrik der Zukunft mitgestalten. Schließlich sind sie die Experten in Sachen Arbeit.

Biografie

1975       

Abitur

1975 - 1976

Ausbildung in der Landwirtschaft

1976 - 1984

Studium der Ökonomie und Soziologie an den Universitäten Stuttgart-Hohenheim, Paris und Bremen, Abschluss: Diplom-Ökonom

1982 - 1984

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Industriebetriebslehre an der Universität Stuttgart-Hohenheim

1982 - 1987

Sachverständiger für Neue Technologien und Arbeitsorganisation für die IG Metall

1987 - 1999

Sekretär in der Verwaltungsstelle Stuttgart der IG Metall

1990 - 1991

Aufbau der Verwaltungsstelle Dresden der IG Metall

2000 - 2003

Tarifsekretär in der Bezirksleitung Baden-Württemberg

2003 - 2013

Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg

seit 2013

Zweiter Vorsitzender der IG Metall

 

 

"Die menschenleere Fabrik, ist eine Vision, die es nicht gibt. Es werden Stellen wegfallen, gleichzeitig werden neue entstehen. Es wird auch neue Berufe geben, die wir heute noch nicht kennen."

Jörg Hofmann