Christopher M. Schlick

Stellvertretender Institutsleiter

Fraunhofer-Institut für Kommunikation

Als Diplom-Ingenieur und Wirtschaftsingenieur beschäftigen Christoph M. Schlick zentrale Themen an der Schnittstelle zwischen Technik und Arbeitsorganisation. In seiner Forschung versucht er herausfinden, wie Mensch und Maschine besser interagieren können. Denn für ihn stehen nicht Roboter, sondern Menschen im Mittelpunkt der Industrie 4.0.

"Zukünftig werden Menschen und Roboter Arbeitsaufgaben effektiv und sicher in Kooperation durchführen."

Christoph M. Schlick

Mensch-Roboter-Teams bestimmen die Zukunft

Foto: ©IAW

Christopher M. Schlick ist Inhaber des Lehrstuhls für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen und Mitglied der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Wachtberg. Schwerpunktmäßig widmet er sich den Forschungsfeldern Mensch-Maschine-Systeme, Ergonomie sowie der Arbeits- und Prozessorganisation aber auch dem Projekt- und Human-Ressource-Management. Als Präsident der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft und Ausrichter des 62. GfA-Frühjahrskongresses an der RWTH im Jahr 2016 prägte Schlick das Motto „Arbeit in komplexen Systemen – Digital, vernetzt, human!?“.

Die zentrale Herausforderung der vierten industriellen Revolution sieht Christopher M. Schlick in der Beherrschung der steigenden Komplexität, die sich aus technologischen Innovationen und der damit verbundenen Datenflut ergibt. Die Forschungsprojekte am Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) adressieren daher insbesondere den Umgang mit der technischen und der organisationalen Komplexität und den Wechselwirkungen an der Schnittstelle von Mensch und Maschine.

So werden am IAW zielgruppengerechte multimodale Maschinen-Führungskonzepte wie Multi-Touch, Raumgesten- und Sprachsteuerung mit individueller Nutzeradaption entwickelt, die intuitive, natürliche Mensch-Technik-Interaktionen ermöglichen. Im Gegensatz zu heutigen Systemen erkennen die Steuerungssysteme den jeweiligen Maschinenführer, identifizieren individuelle Aufgaben und berücksichtigen kognitive, kulturelle und physische Voraussetzungen. Menschengerechte Assistenzsysteme werden auch für die Produktionsplanung und -steuerung auf Shop-Floor Ebene entwickelt.

Die erforderliche Flexibilität der zunehmend individuellen, variantenreichen Produktion wird dabei durch die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ermöglicht. Die am IAW unter Christopher M. Schlick entwickelte kognitive Robotersteuerung löst die strikte Trennung der Arbeitsbereiche von Robotern und Menschen auf. Roboterbewegungen werden vom Menschen intuitiv nachvollzogen, was die Sicherheit und Produktivität des Gesamtsystems maßgeblich steigert.

Biografie

1986 - 1992

Simultanstudium der Automatisierungstechnik und Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Berlin

1992 - 1993

Projektingenieur bei Krone AG, Berlin

1994 - 1997

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Arbeitswissenschaft, RWTH Aachen

1997

Forschungsgruppenleiter, Institut für Arbeitswissenschaft, RWTH Aachen

1998

Oberingenieur, Institut für Arbeitswissenschaft, RWTH Aachen

1999

Promotion

2001 - 2004

Leiter der Abteilung Ergonomie und Führungssysteme bei der Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften

2004

Habilitation: Professor für Arbeitswissenschaft

seit 2004

Direktor des Instituts für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen

seit 2005

Mitglied der Institutsleitung des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE in Wachtberg

seit 2010

Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE, Wachtberg

"Im Mittelpunkt der Industrie 4.0 steht der Mensch, der seine Fähigkeiten mittels technischer Unterstützung erweitert und so neben dem technologischen Entwicklungspotenzial zentraler und unabdingbarer Teil der Veränderung wird."

Christoph M. Schlick